Kleidermotten sind aufgrund ihrer unattraktiven Optik und dem plötzlichen Auftauchen alles andere als beliebt. Doch die geflügelten Insekten sehen nicht nur unappetitlich aus, sondern können auch große Schäden im Kleiderschrank anrichten. Mit verschiedenen Mitteln gegen die Motten können Sie die Tiere dauerhaft loswerden.

Diese Probleme werden durch Kleidermotten verursacht

Kleidermotten werden nicht ohne Grund auch als Materialschädlinge bezeichnet. Die Raupen haben spezielle Mundwerkzeuge, die im Verhältnis zum restlichen Körper extrem kräftig und scharf ausgebildet sind. Mit diesen Zangen zerfressen Sie verschiedene textile Materialien, wie Baumwolle, Wolle, Jute, echte oder unechte Pelze und sogar Daunenbettwäsche. Aus diesem Grund sind nicht nur die Kleidungsstücke, sondern jeglicher textile Gegenstand im Haushalt akut durch die Tiere bedroht.Wie Sie die lästigen  Kleidermotten bekämpfen, haben Sie vermutlich bereits auf unserer Startseite gelesen.

Speziell die Seide – sowohl Kunstseide als auch Naturseide – kann nicht von den Larven verdaut werden; trotzdem machen die Tiere auch vor diesen Stoffen keinen Halt.

Alle Materialien, welche die Larven nicht fressen, werden zum Bauen kleiner, weißer Röhren benutzt. Diese Behausungen werden Gespinströhren genannt und befinden sich während eines akuten Befalls in direkter Nähe zu den befallenen Textilien.

Mottenschutz in den verschiedensten Varianten erhältlich

Auf dem Markt gibt es zahlreiche verschiedene Mittel zum Mottenschutz, welche effektiv gegen Kleidermotten helfen sollen. Allerdings trifft dieses Versprechen längst nicht auf jeden Mottenschutz zu. Spezielle Mottenfallen helfen auf lange Sicht nicht. Das liegt daran, dass hier sogenannte Pheromone verwendet werden, um die Motten anzulocken. Leider reagieren lediglich die männlichen Exemplare auf diese Lockstoffe; die Weibchen bleiben von diesem Effekt daher unberührt und können nicht eingefangen werden.

Des Weiteren gibt es diverse natürliche Varianten, die als Mottenschutz eingesetzt werden. Diese können gegen einen akuten Befall helfen oder die Motten von Vornherein abhalten. Neben Mottenpapier und den klassischen Mottenkugeln sind besonders Lavendelöl oder frischer Lavendel als Mottenschutz sehr beliebt. Dieses Mittel hält nicht nur störende Motten ab, sondern beduftet obendrein den Kleiderschrank. Alternativ kann reines Zedernholz oder Öl aus Zedernholz verwendet werden.

Mottenpapier

Mottenpapier ist geruchslos und darf sowohl vorbeugend, als auch nachträglich angewandt werden. Es gilt als gut dosierbar, da die Papiere einzeln entnommen werden können. Der Einsatz von modernem Mottenpapier ist für den Menschen unbedenklich. Im Hinblick auf die richtige Dosierung des Papiers kommt es vor allem darauf an, wie viele Kleidungsstücke durch das Papier geschützt werden sollen. Wenn die Papierstreifen im Kleiderschrank aufgehängt wurden, so gelten die Textilien für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten als geschützt. Soll das Mottenpapier dauerhaft verwendet werden, muss es mindestens zweimal im Jahr ausgetauscht werden. Das Papier kann entweder hängend auf einem Kleiderbügel angebracht oder in einzelne Schubladen oder Truhen gelegt werden.

Mottenkugeln: Der klassische Mottenschutz aus Großmutters Zeiten

Mottenkugeln verbinden die meisten Menschen mit einem aufdringlichen, muffigen Geruch. Früher wurden diese Kugeln vor allem jenen Kleidungsstücken beigelegt, die für einen längeren Zeitraum eingelagert oder transportiert werden sollten. Die verwendeten Kugeln haben einen Durchmesser zwischen einem halben und zwei Zentimetern und bestehen aus reinweißem Stoff. Sie können entweder in die Schränke gelegt oder aufgehängt werden. Der klassische Geruch nach Mottenkugeln gilt heute als äußerst unangenehm und wurde früher durch den Wirkstoff Naphthalin ausgelöst. Dieser Stoff wird bei modernen Produkten zur Mottenvernichtung durch einen dezenter riechenden Stoff ersetzt: Paradichlorbenzol. Sowohl der alte als auch der neue Stoff gelten als gesundheitlich bedenklich. Die meisten Mottenkugeln können über mehrere Jahre angewandt werden, da sich der enthaltene Stoff nur sehr langsam entfaltet. Riechen Kleidermotten die freigesetzten Gase, so suchen sie das Weite.

Lavendel und Lavendelöl

Echter Lavendel sieht nicht nur hübsch aus und riecht fein, sondern er hilft auch effektiv gegen Kleidermotten. Der Vorteil bei dieser Variante der Mottenbekämpfung ist zum einen die natürliche Herkunft und die damit einhergehende gesundheitliche Unbedenklichkeit. Zum anderen wirkt Lavendel entweder pur in ein kleines Säckchen gefüllt oder in Form von reinem Lavendelöl sehr effektiv. Über wohlriechende Kleidung dürfen Sie sich nach der Anwendung ebenfalls freuen.

Ätherisches Öl aus Lavendel riecht für Motten – anders als für Menschen – äußerst unattraktiv. Aus diesem Grund kann das Öl oder der pure Lavendel die Motten aus dem Schrank vertreiben. Auch vorbeugend sorgt der angenehme Lavendelduft dafür, dass die Motten gar nicht erst in die Wohnung einziehen. Getrockneter Lavendel wird bereits seit Jahrhunderten unter anderem zur Herstellung von Parfüms und als Mittel gegen Motten verwendet. Das reine Öl entsteht durch das Auspressen der frischen Pflanzen. Als besonders effektiv gilt die Methode, getrocknete Pflanzen in kleine Beutel abzufüllen und diese zwischen die Kleidung zu legen. Wer den Duft nach Lavendel in der Kleidung nicht mag, der kann aufatmen: Der blumige Geruch verfliegt bereits nach einigen Minuten an der frischen Luft.

Zedernholz und Zedernholzöl

Auch Zedernholz ist eines jener Mittel gegen Kleidermotten, welche nicht nur effektiv, sondern auch schonend wirken. Das Holz hat weder einen negativen Einfluss auf die Umwelt noch auf den menschlichen Organismus. Zedernholz kann entweder in Form von Öl im Schrank aufbewahrt werden oder als reines Holzstück. Sofern Sie sich für reines Holz entscheiden, sollten Sie diese regelmäßig abschmirgeln. Auf diese Weise können Sie sichergehen, dass die Duftstoffe erneut freigesetzt werden. Wenden Sie feines Schmirgelpapier regelmäßig an, so haben Sie länger etwas von dem wohlduftenden Zedernholz. Irgendwann verfliegt der Duft allerdings gänzlich. Sollten Sie das feststellen, so muss das Holz oder das Öl zeitnah ausgewechselt werden. Im Vergleich mit anderen Mitteln gegen Kleidermotten riecht reines Zedernholz ein wenig dezenter. Dennoch gilt auch hier: Der feine Geruch verfliegt, sobald Sie die Kleidung tragen. Reines Zedernholz erhalten Sie entweder in kleinen Scheiben, welche in den Schrank gelegt werden, oder in einer hängenden Variante. Beide Formen benötigen nicht viel Platz und können unauffällig platziert werden – sowohl im Schrank als auch in Kommoden.

Öl aus Zedernholz kommt in der Regel in kleinen Flaschen mit einem Schraubdeckel daher. Das Öl dient in erster Linie dazu, die bereits vorhandenen Holzstücke wieder aufzufrischen. Kleidermotten können den Geruch nicht ausstehen und suchen sofort das Weite. Alternativ zur Nutzung auf reinem Zedernholz kann das Öl auch auf einen Wattebausch geträufelt werden. Dieser wird anschließend im Schrank platziert. Wechseln Sie den Wattebausch regelmäßig aus, um den Duft zu erhalten.

Die perfekte Kombination: Lavendel und Zedernholz

In Anbetracht der Vielfalt unterschiedlicher Mittel gegen Kleidermotten fällt die Wahl nicht gerade leicht. Wenn Sie allerdings einen hohen Wert darauf legen, dass weder die menschliche Gesundheit noch die Umwelt unter dem Mottenschutz leiden, sollten Sie sich für eine natürliche Variante entscheiden. Hier kommen zum einen Lavendel und zum anderen Zedernholz infrage. Wenn Sie ganz sichergehen möchten, dass die Kleidermotten Ihnen so bald keinen Besuch mehr abstatten, können Sie beide Mittel miteinander kombinieren. Frisches Zedernholz in Kombination mit Lavendelsäckchen gilt als besonders effektiv gegen Motten. Aus dieser Variante des Mottenschutzes ergibt sich noch ein weiterer Vorteil: Sollten Sie es einmal nicht schaffen, die Mittel rechtzeitig zu wechseln, haben Sie quasi einen „doppelten Boden“ an der Hand im Kampf gegen die Motten. Trotzdem sollten sowohl die Säckchen als auch das Holz regelmäßig ausgetauscht oder zumindest aufgefrischt werden.